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Richtig abgeschleppt: Pannen-ABC gegen StVO-Pannen beim Abschleppen

Allgemein Veröffentlicht am Geschätzte Lesezeit 8 Minuten, 44 Sekunden

Blog: Pannen ABC: Beim Abschleppen keine Pannen riskieren

Pannen passieren regelmäßig. Ein Fall für das Pannen ABC. Wer Abschleppen von A bis Z beherrscht, verhält sich nach StVO und kommt im Pannenfall ohne Bußgelder von der Straße. Reifen platzen, der Motor versagt, die Batterie stirbt in der Kälte oder dem Kühler geht es heiß ein: Pannenprofi ADAC schleppt allein in Berlin täglich rund 700 Mal ab. Gerade bei kleineren Pannen kann das Warten auf den Abschleppprofi allerdings die Nerven rauben. Wozu hat man wohl Freunde? Von Bekannten lässt man sich schon mal abschleppen, wenn die Zeit im Stresszeitalter drängt. Die Hauptsache bei der privaten Pannenhilfe: Immer ordentlich abschleppen. Unser Pannen ABC lehrt Ihnen das Abschleppen nach StVO, damit Sie im Pannenfall ohne Bußgelder schnell wieder auf Kurs kommen.

StVO: Abschleppen folgt eigenen Gesetzen

Autoabschleppen folgt mehr Gesetzen als der Abschleppversuch im Club. Irgendeine Art von Erfahrung hat jeder schon mit dem Abschleppen von Pannenwägen gemacht. Notfallschleppen ist per Gesetz erlaubt und immer gut gemeint, kann Sie ohne Hintergrundwissen aber versehentlich zum Verbrecher werden lassen. Wie weit darf man ein Auto abschleppen und wer darf Pannenhilfe geben? Unangemeldetes Auto abschleppen ohne Führerschein, ist das überhaupt erlaubt? Diese und ähnliche Fragen klärt die StVO. Wer sich das Pannen ABC inklusive Abschleppen von A bis Z zu Gemüte führt, bewegt sich auf der rechtlich sicheren Seite. Sobald ein Wagen an Ort und Stelle nicht mehr repariert werden kann, ist das Abschleppen bis zur nächsten Werkstatt laut Straßenverkehrsordnung zulässig. Ein leerer Tank allein ist dagegen kein zulässiger Anlass für private Abschleppmanöver. Bei Benzinpannen also nicht das Abschleppseil zücken, sondern Bekannte bei der nächsten Tanke Kraftstoff holen lassen. Ansonsten drohen Bußgelder von bis zu 70 Euro und manchmal sogar ein Punkt in Flensburg. Eine Überraschung in der StVO: Abschleppen ohne Führerschein ist vom Gesetz her gestattet. Zumindest am Steuer des abgeschleppten Fahrzeugs ist kein Führerschein erforderlich. Rechtswidrig verhalten Sie sich dagegen, wenn Sie ein unangemeldetes Auto abschleppen. Gesetz ist in diesem Fall, dass Wagen ohne Anmeldung nicht einmal zum Verwerter geschleppt werden dürfen. Jetzt per Pannen-ABC die wichtigsten Abschlepppannen ausschließen und in Zukunft ordentlich abschleppen.

Abschleppen von A bis Z: Abgeschleppt wird nur in Not

Wissen Sie, wo auf der Straße sich der Wagen beim Abschleppen am besten bewegt? Gibt es einen Unterschied zwischen abgeschleppten Unfallwagen und abgeschleppten Pannenwagen? Welche Qualitäten muss das Abschleppseil haben und wie schnell dürfen Autos beim Abschleppen werden? Etliche Fragen gehören geklärt, bevor Sie sich als Abschlepphelfer versuchen. Schon mal ein privates Abschleppmanöver beobachtet? Wahrscheinlich waren Sie selbst sogar an einem Abschleppvorgang beteiligt. Wie auf deutschen Straßen abgeschleppt wird, ist in gut der Hälfte aller Fälle gesetzeswidrig. Streichen Sie deshalb alles, was Sie über das Abschleppen zu wissen meinen und speichern Sie lieber unser Pannen ABC.

A wie Abschlepphilfen

Obwohl deutsche Fahrzeugbesitzer einen echten Narren am Abschleppseil gefressen haben, machen sie sich mit dieser Abschlepphilfe oft zum Narren. Besser als das Seil ist die Abschleppstange. Der abgeschleppte Wagen kann dem Zugfahrzeug beim Bremsen am Seil nämlich ins Heck fahren. Wer keine oder kaum Abschlepperfahrung hat, profitiert vom Stangenvorteil. Besonders auf Eis oder Schnee kann der abgeschleppte Wagen dank der Stange nicht aus der Spur geraten. Vorsicht aber trotzdem vor starken Bremsmanövern, damit die Abschleppstange den Abschleppwagen am Heck nicht aushebelt.

B wie Bremsfall

Viel mehr als bremsen, muss der Fahrer eines abgeschleppten Wagens nicht leisten. Im Bremsfall wird es dafür brenzlig: Solange der Motor des Wagens nicht heult, fehlt die Bremskraftunterstützung und Bremsmanöver müssen stärker als üblich ausgeführt werden. Dabei aber immer den Abschleppwagen beachten. Wegen der nicht vorhandenen Bremskraftunterstützung und der ebenso wenig funktionierenden Servolenkung erfordert das Abschleppmanöver am Seil höchstes Fahrgefühl.

C wie Crash

Zwischen Unfallautos und Pannenfahrzeugen besteht beim Abschleppen ein wesentlicher Unterschied. Grundsätzlich schleppen Sie Unfallfahrzeuge als Privatperson lieber nicht ab und investieren idealerweise Geld in einen professionellen Abschleppwagen. Falls Fahrwerksteile bei einem Unfall beschädigt werden, gestaltet sich das Abschleppen gefährlich.

D wie Danebenfahren

Beim Abschleppen fahren die beiden Fahrzeuge nicht direkt hintereinander, sondern eher nebeneinander. Idealerweise bewegt sich der Abschleppwagen bei der Abschleppfahrt möglichst rechts und der abgeschleppte Wagen eher mittig. Auf diese Weise sieht die Person am Steuer des Pannenfahrzeugs mehr vom Verkehr und kann das Abschleppseil im Falle eines Falles reaktionsschneller stramm ziehen.

E wie elastisch

Der Anfahrruck bei der Abschleppfahrt ist geringer, je elastischer das Abschleppseil ausfällt. Damit schonen elastische Seile die Technik des jeweiligen Fahrzeugs und erleichtern das dem Pannenfahrzeugführer das Straffen.

F wie Fahrzeuggewicht

Gewichtsbeschränkungen oder Anhängelasten gibt es beim Abschleppen in Notsituationen keine. Eine Notsituation besteht immer dann, wenn durch liegengeblieben Fahrzeuge Gefahren entstehen.

G wie Geschwindigkeitslimit

Zwischen Vorder- und Hintermann besteht bei der Abschleppkonvoi nur geringer Abstand. Deshalb beträgt die Geschwindigkeit beim Manöver idealerweise höchstens 30 Kilometer pro Stunde. Die absolute Obergrenze machen 50 Kilometer pro Stunde aus: so beispielsweise auf der Autobahn, die es bei der nächstbesten Ausfahrt zu verlassen gilt.

H wie Hybridauto

Elektro- und Hybridautos dürfen beim Abschleppen mit der angetriebenen Achse unter keinen Umständen Straßenkontakt haben. Der Elektromotor erzeugt beim Abschleppen andernfalls verkehrsgefährdenden Strom. Der Branchenverband empfiehlt deshalb, entsprechende Fahrzeuge vor dem Abschleppen anzuheben. Als Abschleppwagen sind strombetriebene Fahrzeuge aus Lastgründen generell ungeeignet und würden größeren Schaden nehmen.

I wie Instrumentlänge

Bei privaten Abschleppmanövern kommen als Instrumente entweder Abschleppseile oder Abschleppstangen zum Einsatz. Wichtig ist für beide Abschlepphilfen die Maximallänge von fünf Metern, die das Unfallrisiko verringern soll. Denselben Zweck hat das rote Fähnchen in der Mitte des jeweiligen Instruments. Beide Hilfsmittel dürfen die zwei Fahrzeuge beim Abschleppen übrigens nicht diagonal verbinden.

J wie Jungfahrer

Der Fahrer eines abgeschleppten Fahrzeugs braucht nach StVO nicht zwingend einen Führerschein. Allerdings gilt ein Mindestalter von 15 als empfohlen. Idealerweise ist die Person mit dem Wagen vertraut und besitzt genügend Kraft, Reife und Fahrgefühl, um das Fahrzeug am Abschleppseil reaktionsschnell zu lenken.

K wie Kuppeln

Nach der fachgerechten Verbindung von Abschleppwagen und abzuschleppendem Fahrzeug beginnt das eigentliche Abschleppmanöver mit dem Kuppeln. Der Fahrer des Pannenautos kuppelt im ersten Schritt aus. Die Zündung muss dabei eingeschaltet bleiben, damit das Lenkradschloss nicht einrastet.

L wie Länge

Lange Wege sind keine Abschleppwege. Abschleppmanöver wählen immer den kürzesten Weg zu einem Kfz-Betrieb, einer Werkstatt, einer Verschrottungsanlage oder einer privaten Garage. Besonders auf der Autobahn darf die Länge der zurückgelegten Strecke den Weg bis zu nächsten Ausfahrt nicht überschreiten. Ein Bußgeld von 20 Euro kann drohen, wenn das Prinzip des kürzesten Wegs beim Abschleppen missachtet wird. 45 Kilometer wurde von Gerichten als zu große Distanz beurteilt, um noch von einer notfallmäßigen Fahrzeugentfernung zu sprechen.

M wie Motorrad

Wer ein einspuriges Motorrad abschleppt, verhält sich ordnungswidrig. Für diese Fahrzeugkategorie ist im Pannenfall ein Transport mittels Anhänger vorgeschrieben.

N wie Not

Das Abschleppen ist als Nothilfeleistung definiert. Damit darf offiziell nur dann abgeschleppt werden, wenn das Pannenfahrzeug den Verkehr gefährdet, oder der Pannenfahrer durch den Verkehr mit Gefahren konfrontiert ist.

O wie Ösen

Die Abschlepphilfe wird an modernen Autos in einer einschraubbaren Öse befestigt. Das Gewinde der Öse liegt bei den meisten Fahrzeugen hinter der Kunststoffklappe im Bereich der Stoßfängerblenden. Da es sich bei dem Gewinde in den meisten Fällen um ein Linksgewinde handelt, drehen Sie die Öse gegen den Uhrzeigersinn fest.

R wie Rückleuchten

Bei ausgefallener Beleuchtungsanlage am Pannenwagen müssen akkubetriebene Leuchten oder Lichtbalken vom Abschleppwagen betrieben werden, um während des Manövers für die Fahrzeugsichtbarkeit zu sorgen.

S wie Schleppen

Das Abschleppen außerhalb von Not- und Pannensituationen wird als Schleppvorgang bezeichnet und erfordert eine Ausnahmegenehmigung von Seiten des Straßenverkehrsamts. Bei Schleppvorgängen ohne Genehmigung beträgt das Bußgeld mindestens 25 Euro.

T wie Transport

Wird ein Pannenfahrzeug auf einem Abschlepper mit Ladefläche oder einem ladefähigen Anhänger von der Pannenstelle entfernt, so ist statt von Abschleppen von einem Transport die Rede. Bei Unfallwagen spricht der Experte von Bergung. Diese Form der Fahrzeugenentfernung unterliegt weniger strengen Regeln als die Nothilfeleistung des Abschleppmanövers.

U wie Urteile

Die Regelungen zum privaten Abschleppmanöver sind relativ interpretationsoffene Bestimmungen. Falls Sie ordnungswidrig abschleppen und vor Gericht gerufen werden, hat der Richter bei der persönlichen Auslegung der Ordnungswidrigkeiten hohen Freiraum und kann abhängig vom Einzelfall beispielsweise spontan entscheiden, dass ein Abschleppweg von 20 Kilometern bereits eine unzulässig lange Strecke darstellt. Andererseits kommt es auch vor, dass Richter Strecken über 45 Kilometer noch als akzeptable Abschleppdistanz betrachten. Die Urteile im Kontext privater Abschleppmanöver unterscheiden sich deshalb von Fall zu Fall.

V wie Verkehrssicherheit

Bei jedem Abschleppmanöver sind Sie als aktiv daran beteiligte Person dazu verpflichtet, andere Verkehrsteilnehmer so gut wie möglich vor der Gefahr durch das Pannenfahrzeug zu warnen. Besonders für Führer von Abschleppwagen gilt diese Verkehrssicherheitsverpflichtung. Ein Warndreieck im Heckfenster ist eine geeignete Warnmaßnahme.

W wie Warnblinker

Alle Wagen in einem Abschleppkonvoi brauchen einen betriebsfähigen Warnblinker. Ist die Elektrik des abzuschleppenden Wagens ausgefallen, gilt das Abschleppmanöver als rechtswidrig. Werden Abschleppmanöver ohne Warnblinker ausgeführt, drohen Bußgelder.

Z wie Zündschlüssel

Beim Abschleppen steckt der Zündschlüssel des Pannenwagens immer im Zündschloss.

Fazit: Privates Abschleppen kostet manchmal mehr als der Abschleppdienst

Anders als für Abschleppversuche im Nachtclub gilt für Abschleppvorgänge auf der Straße Not als entscheidender Anlass. Nicht jede Panne ist eine echte Notsituation. Private Abschleppmanöver sind von Seiten des Gesetzes zwar zulässig, das aber nur im absoluten Notfall. Falls ein Abschleppmanöver im Zweifelsfall einem Richter vorgeführt wird, kann dessen Definition von 'Notfall' bedeutend von Ihrer abweichen und damit Grund zur Bußgeldverhängung geben. Bevor Abschleppmanöver von Seiten Bekannter eingeleitet wird, müssen Sie als Pannenfahrzeugführer zumindest den eigenen Wagen auf Elektronikschäden checken. Grundsätzlich kann es nicht schaden, Abschleppvorgänge zumindest in der Theorie ordnungsgemäß zu beherrschen. Falls irgendwann tatsächlich Not am Mann sein sollte, sind Sie zumindest vorbereitet. Allerdings sollten Sie bei unbekannten Pannengründen immer eher den Fachmann einschalten, um an Ihrem Auto im Zweifelsfall nicht noch schwerwiegenderen Schaden zu verursachen. Abschleppdienste kosten zwar, das aber noch immer weniger als ein unsachgemäß abgeschleppter Pannenwagen, der neben Bußgeldern schlimmstenfalls auch noch hohe Werkstattkosten verursacht.

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